Verwerten um Deponievolumen zu schonen

Die Bevölkerung der Schweiz wächst. Dies bedeutet, dass viel gebaut werden muss, denn jeder von uns möchte wohnen, arbeiten, konsumieren und mobil sein. Die Infrastruktur dafür stellt die Bauindustrie her. Diese braucht möglichst regionale Lösungen zur Entsorgung von Bauabfall und Versorgung mit Baustoffen, damit die schweren Güter nicht weit transportiert werden müssen.

 

Ein Beispiel für eine nachhaltige Lösung ist zurzeit auf der Baustelle Überbauung Rosengartenstrasse in Schmerikon zu beobachten. Dort werden in den nächsten eineinhalb Jahren drei Mehrfamilienhäuser und ein Doppeleinfamilienhaus erstellt. Das beim Baugrubenaushub anfallende Erdmaterial wird nicht wie üblich vollständig auf eine Deponie geführt und dort abgelagert. Das durch den Bauherrn Fasag GmbH beauftragte Baustoffrecyclingunternehmen Blöchlinger AG führt das ausgehobene Material grösstenteils der Wiederverwendung zu. Der erste Schritt ist die Sortierung des Erdmaterials direkt auf der Baustelle mit Hilfe einer mobilen Siebanlage. Das grobe steinhaltige Erdmaterial mit einem Anteil von 40% wird vom feinen restlichen Anteil von 60% getrennt. Das steinhaltige Material wird ins Werk Hinterwis in Neuhaus transportiert und dort zu Gesteinskörnungen weiterverarbeitet. Diese Gesteinskörnungen dienen als Rohstoff für die Produktion des Markenbeton NeoCret®. Ganz nach dem Motto «Aus der Baustelle, für die Baustelle». Das feine Erdmaterial kommt für die Umgebung anderer Mehrfamilienhäuser als Bodenverbesserung zum Einsatz. Nur ein kleiner Anteil wird für die Wiederauffüllung der Kiesgewinnung Unteregg gebraucht.

 

Das Beispiel zeigt gut, wie mit Erdmaterialien und Rohstoffen haushälterisch umgegangen werden kann. So können Deponiekapazitäten wesentlich geschont werden, damit diese bei gleichem Volumen länger und für mehr Neubauten reichen. Nicht erwünschte Umwelteinflüsse bei Deponien wie der Verkehr durch bewohnte Gebiete können so lösungsorientiert reduziert werden.

 

Kommentar Cornel Blöchlinger

In letzter Zeit wird in der Region viel über Kiesabbau und Deponien und deren unerwünschten Einflüsse berichtet und diskutiert. Jeder braucht sie aber niemand will sie. Was fehlt im Kanton St. Gallen sind Lösungen wie im bevölkerungsreichsten Nachbarkanton. Dort packt man das Problem an, fördert mit einer Verwertungspflicht für belastetes Aushubmaterial und mineralische Rückbaumaterialien die sinnvolle Wiederverwendung von Bauabfällen und fordert gleichzeitig Baustoffe aus rezyklierten Rohstoffen. Nach der neuen Abfallverordnung VVEA von Bund ist die Verwertung von Bauabfällen vorgeschrieben welche die Kantone umzusetzen haben. Der Kanton St. Gallen und vor allem auch die Gemeinden sind jetzt gefordert dem guten Beispiel zu folgen. Damit eines Tages der Kiesabbau und die Deponierung überflüssig werden.

 

Blöchlinger AG

Das bald 100 jährige Unternehmen ist führend in der Kreislaufwirtschaft für Bauabfälle und Baustoffe. Im Werk Hinterwis in der Industrie Neuhaus, an der Autobahn A53 gelegen, entstehen seit 35 Jahren aus Bauabfälle neue Rohstoffe und Baustoffe. Wie z.B. der Markebeton NeoCret® welcher aus über 70% rezyklierten Gesteinskörnungen besteht und auf vielen Baustellen in der Region im Hoch- und Tiefbau zur Anwendung kommt.

 

 https://linth24.ch/articles/31508-deponievolumen-durch-verwertung-schonen

 

Foto 1: Aushubbagger

Foto 2: Mobile Siebmaschine

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